Minijob

  • 1.Was ist ein Minijob?
  • 2.Wie hoch ist die Verdienstgrenze im Minijob 2026?
  • 3.Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2026 arbeiten?
  • 4.Wann darf die Minijob-Grenze überschritten werden?
  • 5.Welche Abgaben fallen für Arbeitgeber im Minijob an?
  • 6.Müssen Arbeitgeber die Arbeitszeit von Minijobbern aufzeichnen?
  • 7.Wann ist die Sofortmeldung für Minijobber nötig?
  • 8.Wie funktioniert ein Arbeitszeitkonto im Minijob?
  • 9.Haben Minijobber dieselben Rechte wie andere Beschäftigte?
  • 10.Wie viel Urlaub steht Minijobbern zu?
  • 11.FAQ

Was ist ein Minijob?

Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV. Geringfügig heißt hier: Das Arbeitsentgelt bleibt regelmäßig unter einer festen Grenze. Diese liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 603 € im Monat.
Minijobber sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nicht versicherungspflichtig. In der Rentenversicherung sind sie grundsätzlich versicherungspflichtig, können sich aber davon befreien lassen. Der Arbeitgeber zahlt pauschale Beiträge. Wer in der Gastronomie, Hotellerie oder im Einzelhandel plant, setzt Minijobber häufig für Spitzenzeiten und Wochenenden ein.

Wie hoch ist die Verdienstgrenze im Minijob 2026?

Die Minijob-Grenze beträgt 2026 603 € im Monat und 7.236 € im Jahr. Seit Oktober 2022 ist sie dynamisch: Sie steigt automatisch, wenn der gesetzliche Mindestlohn steigt. Die Formel lautet Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro.
Bei 13,90 € Mindestlohn ergibt das 602,33 €, aufgerundet 603 €. Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 €. Die Grenze liegt dann bei 633 €.
In den Verdienst zählen alle beitragspflichtigen Zahlungen, auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Maßgeblich ist das Entgelt, nicht die Stundenzahl.

Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2026 arbeiten?

Bei Mindestlohn sind es rund 43 Stunden im Monat, also etwa 10 Stunden pro Woche. Das ergibt sich aus 603 € geteilt durch 13,90 €. Es gibt keine gesetzliche Stundengrenze. Entscheidend ist allein die Verdienstgrenze.
Zahlst Du mehr als den Mindestlohn, sinkt die mögliche Stundenzahl. Bei 15 € pro Stunde sind es zum Beispiel 40 Stunden im Monat. Zahlst Du Zuschläge für Sonntag, Nacht oder Feiertage, zählen auch diese zum Entgelt, sofern sie beitragspflichtig sind.
Plane Minijobber deshalb mit einer festen Monatsstundenzahl und prüfe regelmäßig, ob Du unter der Grenze bleibst.

Wann darf die Minijob-Grenze überschritten werden?

Die Grenze darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden, wenn das Überschreiten unvorhersehbar ist, etwa weil Du kurzfristig erkrankte Kolleginnen und Kollegen vertreten musst. Das ist an höchstens zwei Kalendermonaten im Jahr erlaubt.
In diesen Monaten darf der Verdienst bis zu 1.206 € betragen (2 × 603 €). Über zwölf Monate darf die Summe höchstens 8.442 € erreichen (14 × 603 €). Beschäftigt Du jemanden kein volles Jahr, kürzt sich dieser Wert anteilig.
Ein geplantes, regelmäßiges Überschreiten ist nicht zulässig. Dann liegt kein Minijob mehr vor, und die Beschäftigung wird sozialversicherungspflichtig. Prüfe im Zweifel mit der Minijob-Zentrale oder Deiner Lohnabrechnung. Zum Übergangsbereich: Midijob.

Welche Abgaben fallen für Arbeitgeber im Minijob an?

Arbeitgeber zahlen im Minijob pauschale Abgaben an die Minijob-Zentrale. Dazu gehören Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, eine Pauschalsteuer sowie Umlagen. Die Umlage U1 (Krankheit) sinkt zum 1. Januar 2026 für geringfügig Beschäftigte von 1,1 % auf 0,8 %. Die Umlage U2 (Mutterschaft) bleibt bei 0,22 %.
Minijobber zahlen bei Rentenversicherungspflicht einen Eigenanteil von 3,6 % des Entgelts. Wer sich befreien lässt, zahlt nichts. Ab dem 1. Juli 2026 können Minijobber die Befreiung einmalig auf Antrag beim Arbeitgeber rückgängig machen.

Müssen Arbeitgeber die Arbeitszeit von Minijobbern aufzeichnen?

Für Minijobber gilt die Aufzeichnungspflicht nach § 17 MiLoG. Du musst Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens bis zum Ablauf des siebten Kalendertags nach der Arbeitsleistung festhalten. Die Unterlagen bewahrst Du mindestens zwei Jahre auf.
Die Pflicht gilt unabhängig von der Branche für alle Arbeitgeber, die Minijobber beschäftigen. Für Branchen nach § 2a SchwarzArbG gilt sie ohnehin für alle Beschäftigten, dazu zählt das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. Bei Verstößen drohen Bußgelder.
Die Form ist frei: elektronische Zeiterfassung, Excel oder Papier. Geprüft wird die Einhaltung des Mindestlohns, etwa durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

Wann ist die Sofortmeldung für Minijobber nötig?

Spätestens bei Arbeitsbeginn muss der Arbeitgeber eine Sofortmeldung an die Datenstelle der Träger der Rentenversicherung (DSRV) abgeben. Das gilt für Branchen, die im Gesetz § 2a SchwarzArbG genannt sind, zum Beispiel das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. Zusätzlich meldest Du den Minijobber mit dem Meldegrund 10 bei der Minijob-Zentrale an.

Wie funktioniert ein Arbeitszeitkonto im Minijob?

Mit einem Arbeitszeitkonto gleichst Du schwankenden Bedarf aus. Du vereinbarst ein gleichbleibendes Monatsentgelt und verteilst die Stunden flexibel über das Jahr. Die Jahresgrenze von 7.236 € darf dabei nicht überschritten werden.
Wichtig sind drei Regeln:
  • Eine Freistellung von mehr als drei Monaten ist nicht zulässig.
  • Zeitguthaben, das noch abgebaut werden muss, planst Du in die Verdienstgrenze ein.
  • Nach § 2 Abs. 2 MiLoG gleichst Du Stunden innerhalb von zwölf Kalendermonaten durch Freizeit oder Zahlung des Mindestlohns aus.
Ohne Ausgleich über das monatliche Festentgelt darf das Konto die vereinbarte Monatsarbeitszeit um höchstens 50 % übersteigen. Mehrstunden darüber hinaus vergütest Du im selben Monat zusätzlich.

Haben Minijobber dieselben Rechte wie andere Beschäftigte?

Minijobber dürfen nach § 4 TzBfG nicht schlechter behandelt werden als Vollzeitkräfte. Sie haben Anspruch auf Mindestlohn, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlten Urlaub, Feiertagsvergütung und einen schriftlichen Arbeitsvertrag.
Erhalten andere Beschäftigte Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Zuschläge, gilt das auch für Minijobber. Der Kündigungsschutz ist derselbe. Quelle: lohn-info.de.
Muster und Hinweise: Arbeitsvertrag für Minijobber.

Wie viel Urlaub steht Minijobbern zu?

Minijobber haben denselben gesetzlichen Urlaubsanspruch wie alle Beschäftigten: mindestens 20 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche (§ 3 BUrlG: 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche). Der Anspruch richtet sich nach den Arbeitstagen pro Woche.
Formel: Gesetzlicher Mindesturlaub = 20 Tage ÷ 5 × Arbeitstage pro Woche
Beispiel: Wer an 2 Tagen pro Woche arbeitet, hat 20 ÷ 5 × 2 = 8 Urlaubstage im Jahr.
Arbeitet ein Minijobber an wechselnden Tagen, rechnest Du die durchschnittlichen Wochenarbeitstage hoch. Ausführliche Beispiele: Urlaubsanspruch im Minijob.

FAQ

Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026?

603 € im Monat und 7.236 € im Jahr. Sie gilt seit dem 1. Januar 2026 und ist an den Mindestlohn von 13,90 € gekoppelt.

Wie viele Stunden darf ich 2026 im Minijob arbeiten?

Bei Mindestlohn rund 43 Stunden im Monat, also etwa 10 Stunden pro Woche. Mit höherem Stundenlohn sinkt die Zahl.

Was passiert, wenn ein Minijobber über 603 € verdient?

Bleibt es eine seltene, unvorhersehbare Ausnahme, bis zu zwei Monate im Jahr, bleibt der Minijob bestehen. Bei regelmäßigem Überschreiten wird die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig.

Ändert sich die Minijob-Grenze 2027?

Ja. Mit dem Mindestlohn von 14,60 € steigt sie zum 1. Januar 2027 auf 633 €.

Zählen Urlaubs- und Weihnachtsgeld zur Verdienstgrenze?

Ja, wenn sie beitragspflichtig sind. Sie fließen in die Jahresrechnung ein.

Haben Minijobber Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung?

Ja. Es gelten dieselben gesetzlichen Ansprüche wie für andere Beschäftigte.

Muss ich die Arbeitszeit von Minijobbern aufzeichnen?

Ja. Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit sind innerhalb von sieben Tagen festzuhalten, Aufbewahrung mindestens zwei Jahre.

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Quellen